Der alte, mittlerweile durch einen neuen Desktop oder sogar Notebook ersetze Rechner wird ja gerne dazu “missbraucht” weiter in der Ecke zu stehen und seine Dienste als Speicherplatz, Entwicklungsserver oder Download-Rechner zu leisten. Mitunter eine gute Idee, aber die meiste Zeit wird er wohl nicht gerade viel zu tun haben und altersbedingt laut und stromfressend arbeiten. Da ich vor circa einem Jahr auf OSX umgestiegen bin, habe ich mich entschlossen meinen letzten Windows-Rechner in den Ruhestand zu schicken und durch ein reines “Netzspeichergerät” zu ersetzen. Die Vorteile:
Meine Detailanforderungen (nebst gerade genannten) an ein sogenanntes NAS (Network Attached Storage) sind aber noch etwas anspruchsvoller:
So umfangreich die Auswahl mittlerweile ist, so lange hat es auch gedauert meine beiden Favoriten zu ernennen. Nach etlichen Vergleichen und durchstöberten Userforen sind folgende in der engeren Auswahl geblieben:
Das Drobo bietet beeindruckende Marketingtexte und sehr anschauliche Produktgrafiken, aber leider nicht all zu viele technische Details. Gerade wenn man das NAS als Webserver mit Datenbank verwenden will, benötigt man ein bisschen Power. Bis heute habe ich nicht heraus gefunden wieviel RAM oder welche CPU verbaut ist. Die Disk Station ist durchaus wesentlich technische beschrieben und verlangt im Detail (wenn es denn möchte) einiges an Fachwissen. Allerdings sind die grundlegenden Funktionen schon wesentlich umfangreicher als die des Drobos.
Das Drobo in Zusammenspiel mit dem DroboShare (quasi die NAS-Komponente, ohne dient es einfach als externe Festplatte) bringt zwar die Fähigkeit mit sogenannte DroboApps zu installieren, aber hier ist man darauf angewiesen selbst solche Apps zu entwickeln oder die bestehenden zu nehmen. Sicherlich gibt es bereits jede Menge Software wie Webserver, FTP, Media-Server, uvm. aber die Auswahl scheint noch recht bescheiden.
Letztendlich konnte mich aber das Konzept nicht ganz überzeugen. Gerade wenn man feststellt, dass das DroboShare zwar über einen Gigabit-Anschluss verfügt, die DroboBox selbst aber nur USB 2.0 bzw. Firewire und eben keinen LAN-Anschluss bietet. USB 2.0 bietet zwar beachtliche (wenn auch theoretische) 60 MB/s: schnelle Platten und der Gigabit-Anschluss können aber eigentlich mehr. Dieses Bottle-Neck gefällt mir gar nicht!
Die beschriebene BeyondRAID-Technologie beim Drobo klingt beeindruckend, ob sich das System allerdings bewährt und zuverlässig ist? Da baue ich lieber auf bewährten Standards wie RAID 5 oder 6.
Das Gehäusedesign der DS408 Disk Station ist zugegebenermaßen nicht so elegant wie das des Drobo, aber irgendwie steht so ein Kasten ja auch nur in der Ecke rum. Hingegen technische Details bekommt man zur DS408 jede Menge:
“Out-of-the-Box” quasi “In-the-Box” ist schon (fast) alles dabei was man braucht:
Auch die große Community war ein Pro-Argument: ob deutsches Wiki oder englisches Wiki, deutsches Forum oder englisches Forum – es gibt jede Menge Anlaufstellen für Fragen, Antworten, Anleitungen zum Umbau oder Installation von weiterer Software.
Das DS408 hat gegen über den kleineren Modellen aufgrund der stärkeren CPU sowie dem größerem RAM gewonnen. Ich arbeite zwar nicht in einer Multi-User-Umgebung, jedoch zieht Apache/PHP/MySQL und Co doch so einiges an Leistung. Benutzer kleinerer Systeme berichteten von unakzeptablen Antwortzeiten (mehrere Sekunden) und das RAID6 tut sein übriges dazu, da es rechenintensiver ist. Ich habe meine Entwicklungsumgebung mittlerweile komplett auf die Box umgestellt und kann nicht meckern. Okay, es ist kein Dual-Core mit 4 GB RAM, aber es ist in Ordnung und ausreichend zum entwickeln (außer für Magento vielleicht
.
Kurz zu den Festplatten: Ich habe mich für 4 x 500 GB Western Digital Raid Edition 3 entschieden. Erstens weil ich schon zwei besaß, zweitens weil Sie schnell-leise-zuverlässig und drittens günstig sind (im Vergleich zu 4 komplett neuen und größeren Platten).
Und der Preis?
| Drobo mit DroboShare | € 638,- |
|---|---|
| Synology DS408 | € 520,- |
| Unterschied | € 118,- |
Ohne Platten versteht sich! Die beiden 500GB schlugen insgesamt mit € 160,- zu buche.
Mehr zum ersten Eindruck, Einrichtung, Konfiguration, Installation weiterer Software gibt’s im zweiten Teil…. (folgt asap)